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Suchmaschinen und CMS

Zu glauben, dass der Einsatz eines CMS automatisch gute Platzierungen bei Suchmaschinen gewährleistet, wäre ein Trugschluss, häufig ist sogar das Gegenteil der Fall.

Content-Management-Systeme sind hervorragende Werkzeuge zur effektiven Pflege von Websites. Sie bieten einen optimalen Workflow und erlauben ein effizientes Arbeiten. Ein Automatismus für ein gute Platzierung der so generierten Seiten in Suchmaschinen bieten Sie jedoch nicht. Zumindest sollte man den Output und die Arbeitsweise eines CMS beim Start und auch im laufenden Betrieb darauf überprüfen, ob sich nicht klammheimlich irgendwelche Ranking-Killer eingeschlichen haben. Der folgende Workshop gibt Ihnen einige Anhaltspunkte, nach der Sie Ihr CMS im Hinblick auf ein gutes Suchmaschinen-Ranking überprüfen sollten.

Auch der Einsatz eines CMS ändert nicht am obersten Grundsatz in Sachen SEO: Guter Content ist das A und O für ein gutes Suchmaschinen-Ranking, ob mit CMS oder auf andere Weise. Achten Sie darauf, dass einzelne Seiten sich auf bestimmte Themen konzentrieren, damit eine klare inhaltliche Ausrichtung erkennbar ist. Wenn Sie sich dann noch überlegen, mit welcher Suchanfrage sich ein fremder Besucher via Suchmaschine Ihren Inhalten nähern könnte, so ist das in Sachen Suchmaschinen-Optimierung schon die halbe Miete.

»Aktueller Content«

Diese Anforderung an die Suchmaschinenfreundlichkeit können Sie mit einem CMS nahezu optimal erfüllen. Sie arbeiten hier in der Regel mit einem Wysiwyg-Editor, der Ihnen alle Möglichkeiten einer effektiven Texterfassung und -bearbeitung bietet. Auch die ständige Erweiterung und Aktualisierung Ihrer Seiten, ein weiteres relevantes Kriterium für Suchmaschinen, können Sie mit einem CMS elegant realisieren.

Neuen Content können Sie auch durch die Besucher Ihrer Website generieren lassen. Zwar ist ein CMS in der Regel nicht primär auf Interaktivität ausgelegt, denn da leisten spezielle Weblog- und Foren-Applikationen bessere Dienste. Sie sollten jedoch in jedem Fall versuchen das Potenzial Ihrer Besucher zu nutzen, und, wenn es geht, ein Weblog oder ein Forum anbieten.

Aber auch wenn Sie sich den Aufwand für den Betrieb einer solchen interaktiven Plattform nicht antun wollen, können Sie zumindest mit Hilfe von CMS-Bordmitteln einen interaktiven Akzent setzen und damit den Content auf Ihrer Site erweitern und ständig aktualisieren. Eine Kommentar-Funktion, über die Besucher zu einzelnen Artikeln ihren eigenen Beitrag schreiben können, gehört heute fast zum Standard bei den CMS-Funktionen.

Die suchmaschinenkonforme Erfassung von Texten mit Hilfe eines CMS ist eine Sache, der Output, den das CMS daraus generiert, die andere. Und das kann durchaus positive wie negative Auswirkungen auf das Ranking haben. Suchmaschinen-Crawler sind bei weitem nicht so tolerant für HTML-Code-Fehler wie Browser, können weder Javascript noch Flash interpretieren und sind auch sonst recht empfindlich. Stellen Sie also sicher, dass Ihr HTML-Code fehlerfrei ist. Prüfen Sie dazu IhreWebseiten regelmäßig mit den offiziellen W3C-Code-Validatoren (validator.w3.org für XHTML und jigsaw.w3. org/css-validator für CSS). Ganz entscheidend ist hier auch, dass Suchmaschinen Links auf den Seiten problemlos verfolgen können - sonst bleiben Teile Ihrer Website im Verborgenen. Nur klassische HTML-Links funktionieren hier fehlerfrei, Javascript und andere Techniken sind wirkungslos.

»Struktur einer Seite«

Beim Aufruf einer Seite setzt das CMS aus dem in der Datenbank abgelegten Content und einem Template dann die Seite zusammen, die an den Browser des Besuchers geschickt wird. Fehler quellen gibt es dabei reichlich. Das kann beim Wysiwyg-Editor beginnen. Setzt der nämlich Ihre Formatierungseingaben fehlerhaft oder jedenfalls nicht W3C-konform um, kann am Ende natürlich auch kein valider Code herauskommen.

Um zu überprüfen, wie Ihr Editor hier arbeitet, wählen Sie die Code-Ansicht des Editors. Hier sehen Sie schwarz auf weiß, wie er zum Beispiel eine Headline, eine Liste, eine Tabelle oder ein Bild formatiert und markiert. Ein guter Wysiwyg-Editor müsste eigentlich standardkonform arbeiten. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie checken, ob das CMS keine Option bietet, einen alternativen Editor einzubinden. Ist dies nicht der Fall, taugt das CMS nichts.

Die Option, die Fehler im Sourcecode auszubessern, ist uneffektiv und stellt die Intentionen eines CMS, nämlich eine rationelle Seitenproduktion, auf den Kopf. Wenn Ihr Wysiwyg-Editor die Möglichkeit bietet, Style-Definitionen aus der zentralen CSS-Datei Ihres CMS aufzurufen, sollten Sie die in jedem Fall nutzen. Auf dieseWeise können Sie nämlich validen Output am ehesten garantieren.

Die zentralen CSS- und Template-Dateien sind weitere Fehlerquellen. Da Sie diese im Rahmen des CMS-Setups selbst anlegen, können Sie hier durch exaktes Arbeiten auch eine absolute Fehlerfreiheit garantieren. In der Regel ist die Template-Datei ein normales HTML-File, in dem die Grundstruktur der durch das CMS generierten Seiten abgelegt wird. Die durch das CMS erzeugten dynamischen Inhalte werden mit speziellen Tags und Namen markiert.

Ein paar Punkte sind hier besonders kritisch. Dazu gehört der Head-Bereich einer Seite mit seinen Meta-Tags. Das title-Tag spielt im Hinblick auf die Suchmaschinen eine wichtige Rolle. Bei einem CMS wird der Inhalt dieses Tags ja dynamisch erstellt. Prüfen Sie daher, wie Ihr CMS hier arbeitet. Ein gutes CMS bietet Ihnen die Möglichkeit, einen individuellen und dem Inhalt der Seite angepassten Titel zu vergeben. Kritisch ist die Sache, wenn das CMS statt aussagekräftiger Überschriften irgendwelche Artikel-Ids verwendet, mit denen weder Besucher noch Suchmaschinen etwas anfangen können.

»Die Kehrseite von Ajax«

Die Verwendung von Javascript ist aus dem modernen Webdesign nicht wegzudenken. Manche moderne Bedienungselemente - Stichwort Ajax - lassen sich ohne diese Skriptsprache auch gar nicht realisieren. Kritisch wird die Verwendung von Javascript im Hinblick auf SEO immer dann, wenn damit wichtige Informationen für den Crawler verschleiert oder gar verdeckt werden. Dies gilt in erster Linie für die Navigation und die Darstellung von Links.

Im Zusammenhang mit einem Content-Management-System kann dies besonders kritisch sein. Wird hier beim Aufbau des Navigationssystems eine falsche Technik eingesetzt, dann haben Sie dieses Problem auf allen Seiten. Lassen Sie sich daher von einem schicken DHTML-Menü, das Ihr CSM generiert, nicht täuschen.

Sehen Sie sich den Quellcode Ihrer Seiten genau an, ob das Navigationssystem auch Spider-freundliche Links generiert. Ist dies nicht der Fall, haben Sie ein Problem. Zahlreiche CMS zeigen sich hier sehr flexibel und erlauben den Einbau alternativer Navigations-Module. Ist dies der Fall, wählen Sie ein Modul, das Suchmaschinenfreundlichkeit, korrekten Code, Usability und schickes Outfit unter einen Hut bringt.

Überhaupt spielt die Verzeichnisstruktur bei Suchmaschinen eine wichtige Rolle. Einige Suchmaschinen berücksichtigen auf Websites lediglich zwei bis drei Verzeichnisebenen, tiefer verschachtelte Elemente werden ignoriert. Daher sollten Sie die Verzeichnisstruktur Ihrer Webpräsenz in jedem Fall so flach wie möglich halten.

»Der richtige URL«

Zwar gilt die Aussage, dass Suchmaschinen Seiten generell ignorieren, die sich an Hand des URLs als dynamisch generierte identifizieren, so nicht mehr. Man kann mit einer einfachen Google-Recherche schnell das Gegenteil beweisen. Zu den Fundstellen zählen zahlreiche Verweise, die mit URLs wie diesem aufwarten:www.meinedomain.de/foren/go.shtml? read=1&msg_id=11600127&forum_id= 81760. Trotzdem ist der Nachteil eines solchen URLs gegenüber einem solchen evident: www.meinedomain. de/ foren/seo-diskussion.

Das generelle Problem haben auch die Entwickler von Content-Management-Systemen erkannt und viel Energie darauf verwendet, den Output ihrer Software mit suchmaschinen- und benutzerfreundlichen URLs auszustatten. Sind die dynamischen Webseiten auf einem Apache-Server gehostet, bieten sich flexible Möglichkeiten, dynamische Webseiten suchmaschinenfreundlich zu modifizieren. Das Modul mod_rewrite ermöglicht auf dem Apache die beliebige Manipulation der URLs. Die Direktiven lassen sich auch in .htaccess-Dateien einsetzen. Das macht sie auch attraktiv für Webmaster, die keinen direkten Zugriff auf die Apache-Konfigurationsdatei haben.

Bei Content-Management-Systemenmit professionellem Anspruch gehört die suchmaschinenfreundliche URLManipulation zum Standard. In der Regel wird dies über das beschriebene Verfahren mit Hilfe von mod_rewrite erreicht. Das bekannte CMSTypo 3 arbeitet zum Beispiel mit dieser Methode und stellt dafür eine ganze Reihe SEO-Tools zur Verfügung (www.pcmasters.de/compiler/archives/ category/typo3-seo-extensions). Beim CMS Joomla, das von Haus aus ebenfalls mit eher unrauchbaren URLs arbeitet, kann man das Problem mit dem Tool Open SEF in den Griff bekommen (www.joomlaos.de/Downloads/ Joomla_und_Mambo_Komponenten/OpenSEF.html). Bei Contenido führt derWeg zu suchmaschinenfreundlichen URLs ebenfalls über mod_rewrite. Einen anderen Weg geht das CMS Website Baker. Es arbeitet mit statischen Pseudo-Dokumenten.

Für jede Seite, die ein Redakteur mit diesem CMS anlegt, wird eine Datei mit einem aussagekräftigen Namen, der dem gewählten Menü-Eintrag entspricht, angelegt. In dieser Datei wird eine Referenz auf den Datensatz in der MySQL-Datenbank mit dem entsprechenden Content abgelegt. Dieses Verfahren ist programmtechnisch zwar etwas umständlich, garantiert jedoch absolut suchmaschinenfreundliche URLs.

»Statische Seiten vom CMS«

Wer will, dass seine dynamischen Seiten ohne Risiko suchmaschinenfest sind und korrekt indiziert werden, kann sie in statische Seiten umwandeln und diese dann dem Publikum zur Verfügung stellen. Ein Programm, das eine solche Umwandlung dynamisch generierter Seiten in statische vornimmt und daraus auch noch eine komplette, navigierbare Site-Struktur erzeugt, ist alles andere als trivial und mit einigem Programmieraufwand verbunden.

Optimal ist daher ein CMS, das einem Webpublisher diese Arbeit abnimmt. In dem umfangreichen Fundus an Extensions zu Typo 3 gibt es auch zahlreiche für den Anwendungsbereich statische Seiten. Mit dem Modul Staticexport kann man zum Beispiel eine kompletteTypo-3-Site in ein System von statischen Webseiten exportieren. Mit Hilfe der Extensions Static Publish und Static Upload lassen sich sogar komplexeTypo-3-Szenarien entwickeln:

Auf einem Redaktionsserver wird mit Hilfe vonTypo 3 eine Website erstellt und gepflegt. Diese wird dann mit Hilfe der Module in eine statische Website exportiert, die dann auf einen anderen Webserver hochgeladen werden. Damit bekommt man alle im Zusammenhang mit SEO relevanten Probleme eines CMS weitgehend in der Griff, ohne auf dessen Vorteile verzichten zu müssen.

Auch zahlreiche kommerzielle CMS wie Weblication CMS bieten HTML-Export als Option an. Imperia WCMS kann ebenfalls statische Seiten erstellen und mittels der Protokolle HTTP, FTP, SSH und WebDAV auf entfernte Server übertragen.

»Sitemaps«

Bleibt die Frage, wie die Suchmaschinen überhaupt von Ihrer neuen Website erfahren. Eine explizite Anmeldung bei Google & Co, früher eine gängige Methode, ist zwischenzeitlich nicht mehr nötig. Da Sie Ihre Website prinzipiell erst dann online stellen und verlinken sollten, wenn sie komplett fertig und optimiert ist, findet der Suchmaschinen-Crawler ihre Site dann automatisch. Es gibt jedoch ein paar Methoden, mit denen Sie den Crawling-Prozess beeinflussen können.

Dazu zählen die Sitemaps. Das sind Auflistungen aller Dateien einer Website in einem XML-Datenformat. In die Sitemap schreiben Sie die URLs Ihrer Seiten, geben jeweils das Datum der letzten Aktualisierung vor und fügen eine Gewichtung hinzu. Zusätzlich dürfen Sie vermerken, wie oft ein Eintrag aktualisiert wird. Ein Beispiel sieht so aus:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<urlset xmlns="http://www.google.com/
schemas/sitemap/0.84">
<url>
<loc>http://www.meineseite.foo/</loc>
<lastmod>2006-08-07</lastmod>
<changefreq>monthly</changefreq>
<priority>0.4</priority>
</url>
</urlset>

Nach Angaben von Google soll dieses »kollaborative Crawlingsystem« dazu beitragen, den Nutzen des Google-Indexes für Benutzer durch verbesserte Abdeckung und Aktualität zu optimieren. So sollen die Sitemaps eine optimierte Abdeckung des Suchmaschinen-Robots ermöglichen, so dass Suchende einen größeren Teil Ihrer Websites finden. Zudem sollen die Suchergebnisse aktueller sein, da Seitenbetreiber spezifische Informationen zu allen Seiten bereitstellen können, wie das Intervall für Änderungen.

Auf das Ranking selbst haben solche Sitemaps jedoch keinen Einfluss. Die Frage, die sich stellt, ist nun, wie man solche Sitemaps am rationellsten erstellt. Sie sollen ja den jeweils aktuellen Stand einer Site widerspiegeln, was häufige Aktualisierungen voraussetzt. Ein ideales Betätigungsfeld also für Content-Management-Systeme, die solche Aufstellungen praktisch jederzeit on the fly aus dem vorhandenen Datenfundus produzieren können.

Die meisten Content-Management-Systeme bieten auch solche Sitemaps-Module, die eine entsprechende Aufstellung per Mausklick generieren. Bei Joomla erledigt der Google Sitemap-Generator diese Arbeit, bei Contenido Sitemap Modul XML,und beiTypo 3 heißt die entsprechende Extension mc_googlesitemap.

»Fazit«

Eine generelle Aussage, dass Content-Management-Systeme prinzipiell SEO-unfreundlich agieren, lässt sich nicht treffen. Die speziellen Probleme, die sich aus Arbeitsweise und Logik eines CMS in Hinblick auf Suchmaschinen ergeben können, lassen sich mit geringem Aufwand in den Griff bekommen.

Dies gilt insbesondere für das Problem mit den unsauberen und schwer interpretierbaren URLs und die möglicherweise unsaubere interne Verlinkung. In der Regel stellen leistungsfähige Content-Management-Systeme für die Lösung dieser Probleme passende Module zur Verfügung, die nur wenige Handgriffe erfordern, wenn sie einmal installiert sind. Handarbeit ist dagegen angesagt, wenn es um die zentralen SEO-Probleme wie aktueller Content, Vermeidung von Duplicate-Content und korrekte Syntax geht. Aber dies ist bei alternativen Werkzeugen zur Website-Erstellung nicht anders.

Auf einen Blick

  • Der Workshop zeigt, welche Punkte Sie beim Einsatz eines Content-Management-Systems im Hinblick auf Suchmaschinen beachten müssen.
  • Es werden die typischen Anforderungen für eine gutes Ranking mit den Möglichkeiten von CMS verglichen.
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